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Erlenweg 2

Die diesjährig eröffnete Ausstellung widerspiegelt aufs Neue die verschiedenen Schwerpunkte Nicola Erni’s Sammlungstätigkeit: Modefotografie der 1950er bis Heute, Paparazzi-Fotografien der 60er und 70er, aber auch Gemälde, Objekte und Installationen der zeitgenössischen Kunst.

Im Obergeschoss befindet sich ein eigenständiger Ausstellungsteil mit dem Titel Dirty Martini: Photographs of the 1960s and 1970s mit vornehmlich Schwarz-Weiss-Fotografien. Die rund 200 Zeitzeugnisse veranschaulichen die Persönlichkeiten und Berühmtheiten, welche die Kultur jener zwei Dekaden geprägt haben. Es handelt sich um Portrait- und Paparazzifotografien der legendären Musik-, Film-, Mode- und Kunstszene in Nordamerika und Europa.

Des Weiteren werden Modefotografien von Richard Avedon, Hiro, Tim Walker und Harley Weir ausgestellt. Der Ausstellungsteil mit zahlreichen grossformatigen Fotografien von Mario Testino kann man weiterhin entdecken.

Die Kunstwerke von Jean-Michel Basquiat, Elmgreen & Dragset, Keith Haring, Tilly Joos, Pamela Rosenkranz und Julian Schnabel veranschaulichen den zweiten Sammlungszweig der Nicola Erni Collection, nämlich die vielseitige, zeitgenössische Kunst. Ein spezielles Ausstellungs-Highlight ist die monumentale Auftragsarbeit von Rashid Johnson mit dem Titel Seven Anxious Paintings und das Werk Surrender Painting für die Nicola Erni Collection.

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Ausgestellte Künstler

Richard Avedon

Richard Avedon (Amerikaner, 1923-2004) wurde in New York in eine jüdische Familie geboren, deren Faszination für Kunst, Mode und Fotografie gut dokumentiert ist. Mit seiner neuen Bildsprache revolutionierte er die Modefotografie seiner Zeit. Er ist berühmt für seine Experimentierfreudigkeit, sein Spiel mit technischen Aspekten, Bildformaten, Montagen und den Posen seiner Models. Seine Ausbildung in Fotografie erhielt er 1944 an der New York School for Social Research, wo er in der Klasse "Design Laboratory" von Alexey Brodovitch (1898-1871) eingeschrieben war. Brodovitch, der Art Director von Harper's Bazaar war, lehrte seine Studenten einen konzeptionellen Ansatz für die Fotografie. Von 1944 bis 1965 arbeitete Avedon für Harper's Bazaar und danach fast zwanzig Jahre lang für die amerikanische Vogue. Er gehört zu einer Generation von Modefotografen, die eine ganze Palette von Visionen abbildeten und aussergewöhnliche Kulissen wählten. Seit den späten 1950er und frühen 1960er Jahren veröffentlichte er Fotobücher und wird noch heute in einigen Museumsausstellungen gefeiert.

Jean-Michel Basquiat

Jean-Michel Basquiat (Amerikaner, 1960-1988) war ein Maler, der in New York lebte und arbeitete. Ca. 1980 wendete er sich von der Graffiti- und Hip-Hop-Szene zur Kunstszene. Innerhalb von acht Jahren schuf er ein ebenso faszinierendes wie komplexes Œuvre. Die kunsthistorische Kanonisierung von Basquiats Werken ist ebenso vielfältig wie die subjektive Deutung derselben. Basquiat war sehr aufgeschlossen, belesen und liess neben autobiografischen Bezügen auch sein umfangreiches Wissen über die Strassen New Yorks, über historische, soziokulturelle und kunsthistorische Aspekte, über Literatur, Musik, Comics, Symbole und visuelle Referenzen aus Fernsehen und Massenmedien in seine Kunst einfließen. Während seiner Schaffensperiode in den 1980er Jahren schloss er eine enge Freundschaft mit dem berühmten Pop-Art-Künstler Andy Warhol und die beiden schufen gemeinsam über 130 Werke.

Elmgreen & Dragset

Michael Elmgreen (Däne, geb. 1961) und Ingar Dragset (Norweger, geb. 1969) leben beide in Berlin und arbeiten seit 1995 als Künstlerduo unter dem Namen Elmgreen & Dragset. Mit ihrer Arbeit untersuchen sie Objekte in ihrem historischen, politischen, kulturellen und soziologischen Kontext, hinterfragen den Status quo. Dabei bewegen sich Elmgreen & Dragset im Spannungsfeld zwischen Kunst und Architektur, Installation und Performance. Der internationale Durchbruch gelang ihnen 2005 mit der Dauerinstallation Prada Marfa, bei der sie einen scheinbaren Prada-Laden mitten in der texanischen Wüste installierten. Die Installation The Collectors war ihr Beitrag für den benachbarten dänischen und nordischen Pavillon auf der 53. Biennale von Venedig 2009. Seit 1997 stellen sie regelmässig in wichtigen internationalen Museen aus.

Keith Haring

Keith Haring (Amerikaner, 1958-1990), bekannt für seine illustrativen Darstellungen von Figuren und Symbolen, war ein Künstler und sozialer Aktivist. Ursprünglich wollte er Werbegrafiker werden, änderte aber bald seine Meinung und entschied sich für ein Studium an der School of Visual Arts in New York. Die Schule war ein Zentrum der New Yorker Kunstszene in Downtown. Seine Pop-Art entstand aus der New Yorker Graffiti-Subkultur der 1980er Jahre. Harings Popularität erwuchs aus seinen spontanen Zeichnungen in den U-Bahnen - Kreideumrisse von Figuren, Hunden und anderen stilisierten Bildern auf leeren schwarzen Werbeflächen. In seinen Werken verband er Graffiti, Hip-Hop und eine urbane Ästhetik, die sowohl verspielt war als auch soziale Themen aufgreifen.

Hiro

Hiro (Japaner, 1930-2021) war ein autodidaktischer Werbe- und Modefotograf. Er verbrachte seine Jugend im kriegsgebeutelten China, bevor seine Familie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Japan zurückkehrte. In Tokio entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Kurzerhand beschloss er, nach New York zu ziehen, wo er Studioassistent bei Richard Avedon wurde. Avedon schickte ihn bald zum legendären Art Director von Harper's Bazaar, Alexey Brodovitch, und 1966 wurde Hiro der erste festangestellte Fotograf des Modemagazins. Nachdem sein Talent und die Originalität seiner Fotografien entdeckt worden waren, machte Hiro (Geburtsname Yasuhiro Wakabayashi) eine große Karriere in den Bereichen Mode, Schönheit, Stillleben und Porträtfotografie. Seine Arbeiten sind oft surrealistisch und zeichnen sich durch ungewöhnliche Beleuchtung und kräftige Farben aus.

Rashid Johnson

Rashid Johnson (Amerikaner, geb. 1977) ist ein Konzeptkünstler, der in New York City lebt und arbeitet. Die erste grosse Reichweite und Aufmerksamkeit erhielt er 2001, als seine Werke in der Ausstellung Freestyle im Studio Museum in Harlem gezeigt wurden. Johnson arbeitet mit verschiedenen Medien, darunter Malerei, Skulptur, Keramik, Fotografie, Film und monumentale Installationen. Sein Werk stützt sich auf autobiografische Bezüge und afroamerikanische Symbolik, insbesondere in Bezug auf die von ihm verwendeten Materialien wie schwarze Seife, tropische Pflanzen, Sheabutter, Fliesen und Graffiti. Er thematisiert Fragen der kulturellen Identität und der sozialen Zugehörigkeit sowie die damit verbundenen Emotionen.the emotions associated with them.

Tilly Joos

Tilly Joos (Schweizerin, geb. 2000) drückt sich aus, indem sie Symbole und Farben verwendet, um Bilder mit einer grafischen Bildsprache zu schaffen. Inspiriert von ihren Aufenthalten in Mexiko und in anderen Kulturen, schafft Joos leuchtende, opake Bilder. Die junge bildende Künstlerin absolvierte den Förderkurs an der Zürcher Hochschule der Künste und debütierte im März 2022 in einer Gruppenausstellung in St. Moritz, Engadin.

Pamela Rosenkranz

Pamela Rosenkranz (Schweizerin, geb. 1979) ist bekannt für ihre konzeptuellen Objekte, Installationen und Gemälde. Sie paart vertraute Gegenstände wie FIJI-Wasserflaschen, die mit hautfarbenen Flüssigkeiten gefüllt sind, mit Körperabdrücken auf verschiedenen Oberflächen. So reduziert sie etwas so Bedeutsames wie Identität auf eine synthetische Fleischlichkeit. Ihre Arbeiten stellen die Beziehung zwischen Konsumprodukten und den lebenden, atmenden Körpern dar, die sie benutzen. Rosenkranz vertrat die Schweiz 2015 auf der 55. Venedig Biennale.

Julian Schnabel

Julian Schnabel (Amerikaner, b. 1951) lebt und arbeitet zwischen New York und Montauk (Long Island). Er studierte von 1969 bis 1973 an der University of Houston und nahm 1973-74 an einem unabhängigen Studienprogramm am Whitney Museum of American Art teil. Nach einem ersten Aufenthalt in Italien im Jahr 1977 besuchte Schnabel ein Jahr später Europa erneut und war insbesondere von der Architektur von Antoni Gaudí in Spanien angetan. Die Idee für seine berühmten, grossformatigen Gemälde aus zerbrochenen Porzellantellern kam ihm sodann auch in Barcelona. Neben den sogenannten “plate paintings” experimentiert Schnabel mit einer grossen Spannbreite an unterschiedlichen Materialien für seine monumentalen Arbeiten.  

Mario Testino

Mario Testino (Peruaner, geb. 1954) ist einer der bekanntesten Mode- und Portrait-Fotografen unserer Zeit, dem 1997 der internationale Durchbruch mit einem Portrait von Prinzessin Diana gelang. Seine Fotografien widerspiegeln seine Persönlichkeit, sei es hinsichtlich derer fröhlicher Farbigkeit, Sinnlichkeit und relaxter Gelassenheit oder des Vertrauens seiner Models in ihren Fotografen und die berührende Intimität von Testinos Portraits. 

Tim Walker

Tim Walker (Brite, geb. 1970) schafft Fotografien mit fiktiven und wundersamen Welten. Tim Walker entdeckte sein Interesse an der Fotografie in der Condé-Nast-Bibliothek in London, wo er das Cecil-Beaton-Archiv bearbeitete. Nach seinem Abschluss in Fotografie am Exeter College of Art in Oxford arbeitete er als Assistent von Richard Avedon in New York. Bald darauf begann Walker, Modestrecken für die Vogue und das W Magazine zu fotografieren. Walkers Fotografien sind eine nostalgische Erinnerung an eine Ära der Unschuld und des Überschwangs, der jugendlichen Fantasie und der einzigartigen Ästhetik. Der Künstler lebt und arbeitet in London..

Harley Weir

Harley Weir (Britin, geb. 1991) studierte Bildende Kunst am Central Saint Martins College und ist bekannt für ihre intimen wirkenden Bilder und Filme. Bevor sie eine Karriere als Modefotografin einschlug, wechselte sie mit Leichtigkeit zwischen privaten und kommerziellen Arbeiten. Weirs Bilder sind sorgfältig komponiert und zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Gespür für Farbe und Inszenierung aus. Man begegnet einem Naturalismus, der sich auf historische Modelle und zeitgenössische Porträts bezieht. Mit zahlreichen Kampagnen für Luxusmarken, überzeugenden Editorials und einer Reihe persönlicher Projekte ist sie zu einer führenden Kraft in der Fotografie- und Filmindustrie geworden.

Vergangene Ausstellungen

Infolge des stetigen Wachstums der Kunstsammlung kam 2009 die Idee eines auf die Collection zugeschnittenen «Zuhauses» auf. Der Traum eines «extended living room» war geboren. 2013 wurde das Gebäude fertiggestellt und im Jahr darauf mit einer ersten Ausstellung im privaten Kreis eröffnet. Es folgten 2015, 2016 und 2018 drei weitere Ausstellungen.

Gezeigt wurde, ganz im Sinne der Sammlungs-Philosophie, Fotografie sowie Zeitgenössische Kunst in unterschiedlichsten Medien, von u.a. Peter Lindbergh, Ellen von Unwerth, Richard Avedon, Irving Penn, Helmut Newton, Sarah Moon, Paolo Roversi, Peter Knapp, Nick Knight, Guy Bourdin, Hiro, Emma Summerton und Mario Testino sowie von Julian Schnabel, Jean-Michel Basquiat, Andy Warhol, Robert Rauschenberg, Rashid Johnson, Tim Noble & Sue Webster, Elmgreen & Dragset, Yinka Shonibare CBE, Beatriz Milhazes, Sylvie Fleury und Maurizio Cattelan etc. 

Eine vollständige Künstlerliste finden Sie hier.

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