2024
2020 bis Februar 2022 widmete die Nicola Erni Collection ihre Aufmerksamkeit dem Fotografen Mario Testino mit einer umwerfenden Inszenierung einiger seiner schönsten und teils einzigartigen Modefotografien in Grossformat.
Von Jean-Michel Basquiat wurde der umfangreiche Werkbestand gezeigt. Zahlreiche Arbeiten auf verschiedenen Medien aus den frühen 1980er-Jahren bis hin zu monumentalen Gemälden und Kollaborationen mit Andy Warhol, die er bis zu seinem Tod 1988 schuf, sind ausgestellt.
Neben einer großen Auswahl an Fotografien von Ikonen wie Richard Avedon und Jacques Henri Lartigue, haben sowohl etablierte als auch aufstrebende Künstler wie Erik Madigan Heck, Rashid Johnson, Helmut Newton, Tim Noble & Sue Webster, Richard Prince, Yinka Shonibare CBE, Emma Summerton und Juergen Teller diese erste öffentlich zugängliche Ausstellung abgerundet.
Künstler
Doug Aitken
seit Mai 2024
Doug Aitken (Amerikaner, geb. 1968) lebt und arbeitet in Los Angeles und ist als Multimedia-Künstler bekannt. Nach seinem Studium am Art Center College of Design machte er sich einen Namen mit architektonischen Interventionen und Installationen, die in den öffentlichen Raum eingreifen. Er setzt sich über Genredefinitionen hinweg und arbeitet mit einer Vielzahl von Medien, darunter Fotografie, Video, Sound und Skulptur. Aitken zielt darauf ab, die Art und Weise, wie Kunst sein kann und wie wir Kunstwerke erleben, neu zu definieren.
Jean-Michel Basquiat
Jean-Michel Basquiat (Amerikaner, 1960-1988) war ein Maler, der in New York lebte und arbeitete. Ca. 1980 wendete er sich von der Graffiti- und Hip-Hop-Szene zur Kunstszene. Innerhalb von acht Jahren schuf er ein ebenso faszinierendes wie komplexes Œuvre. Die kunsthistorische Kanonisierung von Basquiats Werken ist ebenso vielfältig wie die subjektive Deutung derselben. Basquiat war sehr aufgeschlossen, belesen und liess neben autobiografischen Bezügen auch sein umfangreiches Wissen über die Strassen New Yorks, über historische, soziokulturelle und kunsthistorische Aspekte, über Literatur, Musik, Comics, Symbole und visuelle Referenzen aus Fernsehen und Massenmedien in seine Kunst einfließen. Während seiner Schaffensperiode in den 1980er Jahren schloss er eine enge Freundschaft mit dem berühmten Pop-Art-Künstler Andy Warhol und die beiden schufen gemeinsam über 130 Werke.
Elmgreen & Dragset
Michael Elmgreen (Däne, geb. 1961) und Inger Dragset (Norweger, geb. 1969) leben beide in Berlin und arbeiten seit 1995 als Künstlerduo unter dem Namen Elmgreen & Dragset. Mit ihrer Arbeit untersuchen sie Objekte in ihrem historischen, politischen, kulturellen und soziologischen Kontext und hinterfragen und überdenken den Status quo. Dabei bewegen sich Elmgreen & Dragset an der Grenze zwischen Kunst und Architektur, Installation und Performance. Der internationale Durchbruch gelang ihnen mit der Dauerinstallation Prada Marfa im Jahr 2005, als sie mitten in der texanischen Wüste einen gefälschten Prada-Laden installierten. Die Installation The Collectors war ihr Beitrag für den benachbarten dänischen und nordischen Pavillon auf der 53. Biennale von Venedig 2009. Seit 1997 stellen sie regelmässig in führenden internationalen Museen aus.
Keith Haring
bis April 2024
Keith Haring (Amerikaner, 1958-1990), bekannt für seine illustrativen Darstellungen von Figuren und Symbolen, war ein Künstler und sozialer Aktivist. Ursprünglich wollte er Werbegrafiker werden, änderte aber bald seine Meinung und entschied sich für ein Studium an der School of Visual Arts in New York. Die Schule war ein Zentrum der New Yorker Kunstszene in Downtown. Seine Pop-Art entstand aus der New Yorker Graffiti-Subkultur der 1980er Jahre. Harings Popularität erwuchs aus seinen spontanen Zeichnungen in den U-Bahnen – Kreideumrisse von Figuren, Hunden und anderen stilisierten Bildern auf leeren schwarzen Werbeflächen. In seinen Werken verband er Graffiti, Hip-Hop und eine urbane Ästhetik, die sowohl verspielt war als auch soziale Themen aufgreifen.
François Halard
seit April 2024
François Halard (Franzose, geb. 1961) ist ein Fotograf und Künstler, der für seine Interior- und Architekturfotografien bekannt ist. Ausgebildet an der École des Arts Décoratifs in Paris, wurde er schon während seines Studiums von großen Namen der Interior- und Modepresse wahrgenommen. Zunächst arbeitete er für Decoration International, dann für den Art Director von Conde Nast, Alex Liberman. 1984 zog François nach New York City, wo er regelmäßig Aufträge für verschiedene Conde Nast-Publikationen erhielt, darunter American Vogue, Vanity Fair, GQ und House & Garden. Nach 10 Jahren hat er sich entschieden als eigenständiger Fotograf zu arbeiten und Werke zu kreieren, die zeitlos sind. Er lebt und arbeitet in Arles.
Rashid Johnson
Rashid Johnson (Amerikaner, geb. 1977) ist ein Konzeptkünstler, der in New York City lebt und arbeitet. Die erste grosse Reichweite und Aufmerksamkeit erhielt er 2001, als seine Werke in der Ausstellung Freestyle im Studio Museum in Harlem gezeigt wurden. Johnson arbeitet mit verschiedenen Medien, darunter Malerei, Skulptur, Keramik, Fotografie, Film und monumentale Installationen. Sein Werk stützt sich auf autobiografische Bezüge und afroamerikanische Symbolik, insbesondere in Bezug auf die von ihm verwendeten Materialien wie schwarze Seife, tropische Pflanzen, Sheabutter, Fliesen und Graffiti. Er thematisiert Fragen der kulturellen Identität und der sozialen Zugehörigkeit sowie die damit verbundenen Emotionen.
Steven Meisel
seit April 2024
Steven Meisel (Amerikaner, geb. 1954) lebt und arbeitet in New York. Er studierte Modeillustration an der Parsons School for Design in New York, wo er später auch teilzeit lehrte. Er begann für den Mode-Designer Roy Halston Frowick als Illustrator zu arbeiten und zog danach weiter zum Magazin Women’s Wear Daily. Als Nebenjob fotografierte er Models für eine Model-Agentur und war fasziniert, worauf er sich fortan dem Medium der Mode-Fotografie verschrieb.
Als einer der ersten Fotografen überhaupt unterzeichnete Meisel einen Vertrag mit dem Verlag Condé Nast und schoss jedes einzelne Cover der Vogue Italia von 1988 bis 2014. Er arbeitete auch für zahlreiche andere Magazine, u.A. W Magazine und Vanity Fair Italy.
Julian Schnabel
Julian Schnabel (Amerikaner, geb. 1951) ist ein Maler, Filmemacher und Fotograf, der zwischen New York und Montauk, Long Island, lebt und arbeitet. Schnabel studierte von 1969 bis 1973 Bildende Kunst an der University of Houston und besuchte anschliessend das Independent Study Program am Whitney Museum of American Art. Die Inspiration für seine berühmten grossformatigen Gemälde aus zerbrochenen Keramiktellern fand er während seiner ersten Reise nach Barcelona in der Architektur von Antoni Gaudí. Neben den Tellerbildern experimentiert Schnabel mit einer Vielzahl von Materialien und Trägermaterialien, um seine monumentalen Werke zu schaffen. In seinem eklektischen und ausdrucksstarken Stil verbindet er literarische und malerische Referenzen aus der Vergangenheit mit abstrakten Zeichen. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Julian Schnabel auch als Produzent und Regisseur von Filmen tätig, darunter Before Night Falls (2000) und At Eternity’s Gate (2018).
Mario Testino
bis Dezember 2023
Mario Testino (Peruaner, geb. 1954) ist einer der bekanntesten Mode- und Portrait-Fotografen unserer Zeit, dem 1997 der internationale Durchbruch mit einem Portrait von Prinzessin Diana gelang. Seine Fotografien widerspiegeln seine Persönlichkeit, sei es hinsichtlich derer fröhlicher Farbigkeit, Sinnlichkeit und relaxter Gelassenheit oder des Vertrauens seiner Models in ihren Fotografen und die berührende Intimität von Testinos Portraits.
Tim Walker
Tim Walker (Brite, geb. 1970) schafft Fotografien mit fiktiven und wundersamen Welten. Tim Walker entdeckte sein Interesse an der Fotografie in der Condé-Nast-Bibliothek in London, wo er das Cecil-Beaton-Archiv bearbeitete. Nach seinem Abschluss in Fotografie am Exeter College of Art in Oxford arbeitete er als Assistent von Richard Avedon in New York. Bald darauf begann Walker, Modestrecken für die Vogue und das W Magazine zu fotografieren. Walkers Fotografien sind eine nostalgische Erinnerung an eine Ära der Unschuld und des Überschwangs, der jugendlichen Fantasie und der einzigartigen Ästhetik. Der Künstler lebt und arbeitet in London.
Ai Weiwei
seit Juli 2024
Ai Weiwei (Chinese, geb. 1957) ist bekannt für seine provokativen Werke, die Kunst als gesellschaftlicher Kommentar mit politischem Aktivismus verbinden. Sein Werk umfasst verschiedene Medien, darunter Skulpturen, Installationen, Fotografie und Filme, in denen er den Status quo in Frage stellt und für soziale Gerechtigkeit plädiert. Ai Weiwei studierte Animation an der Pekinger Filmakademie, bevor er 1981 in die Vereinigten Staaten zog. Nach seiner Rückkehr nach China in den frühen 1990er wurde Ai Weiwei zu einer prominenten Figur in der chinesischen Kunstszene. Der Konzeptkünstler ist ein lautstarker Kritiker der chinesischen Regierung, besonders in Bezug auf Menschenrechte und die freie Meinungsäusserung. Sein Aktivismus hat zu zahlreichen Zusammenstößen mit den Behörden geführt, darunter seine vielbeachtete Verhaftung im Jahr 2011. Trotz dieser Herausforderungen werden seine Werke in wichtigen Museen und Galerien auf der ganzen Welt ausgestellt, und er ist nach wie vor ein gefragter Künstler.
Harley Weir
Harley Weir (Britin, geb. 1991) studierte Bildende Kunst am Central Saint Martins College und ist bekannt für ihre intimen wirkenden Bilder und Filme. Bevor sie eine Karriere als Modefotografin einschlug, wechselte sie mit Leichtigkeit zwischen privaten und kommerziellen Arbeiten. Weirs Bilder sind sorgfältig komponiert und zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Gespür für Farbe und Inszenierung aus. Man begegnet einem Naturalismus, der sich auf historische Modelle und zeitgenössische Porträts bezieht. Mit zahlreichen Kampagnen für Luxusmarken, überzeugenden Editorials und einer Reihe persönlicher Projekte ist sie zu einer führenden Kraft in der Fotografie- und Filmindustrie geworden.


